Lexikon

Tschako, Epaulette, Kapitulation? Bei der Bürgerwehr begegnen einem viele Wörter, die man im Alltag selten hört. Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe kurz und verständlich.

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B

Bandauflage
Auszeichnung des Fördervereins für 40, 50 und 60 Jahre Zugehörigkeit zur Bürgerwehr. Sie schließt die Lücke, die früher nach der goldenen Medaille für 30 Jahre bestand. → Auszeichnungen

Bandelier
Breiter Tragegurt über der Schulter. Der Fähnrich trägt ein rotes, silbern besticktes Bandelier, in dem die Fahnenstange ruht. → Uniform

Bürgermilitärcorps
Name des Vereins ab der neuen Satzung von 1993: „Bürgermilitärcorps Mittelbiberach 1599 e.V.“. Heute heißt er Historische Bürgerwehr Mittelbiberach 1599 e.V. → Geschichte

Bürgerwache
Lange gebräuchlicher Name der Wehr, erstmals 1859 erwähnt; ab 1908 „Bürgerwache Mittelbiberach-Oberdorf“. In den alten Protokollbüchern ist fast immer von der Bürgerwache die Rede.

D

Degen
Blankwaffe der Offiziere. In Mittelbiberach werden der Infanterie-Offiziersdegen (IOD) und der Degen mit Löwenkopf-Griff geführt. → Bewaffnung und Ausrüstung

E

Ehrendienstgrad
Ehrenvolle Beförderung für Mitglieder, die der Bürgerwehr 30 Jahre angehören. Für herausragende Verdienste gibt es außerdem Ehrentitel wie Ehrenhauptmann oder Ehrenoberleutnant. → Auszeichnungen

Epauletten
Schulterstücke der Offiziere, an denen man den Rang erkennt: Leutnant mit glattem Feld, Oberleutnant mit Stern, Hauptmann mit Fransen. → Uniform

F

Fahnenband
Band, das an der Fahne befestigt wird, meist als Geschenk zu einem Jubiläum oder zur Erinnerung an eine Freundschaft mit einer anderen Wehr. → Fahnen

Fähnrich
Träger der Fahne. Er marschiert mit seinen Fahnenbegleitern in der Mitte der Wehr und trägt Bandelier sowie Silbertressen an Kragen und Ärmeln. → Fahnen

Fangschnur
Silberne, geflochtene Schnur an der Uniform, die nur die Offiziere tragen. → Uniform

Feldbinde
Silberne Schärpe der Offiziere um die Hüfte, zweimal schwarz-rot durchzogen – in den Farben Württembergs. → Uniform

Förderverein
Eigener Verein, der die Bürgerwehr finanziell unterstützt, etwa bei Probenwochenenden des Spielmannszugs, beim Dirigenten der Musik und bei Ehrungen. → Förderverein

G

Geradezugverschluss
Verschluss des Karabiners K31: Der Schütze zieht den Kammerstängel gerade nach hinten und schiebt ihn wieder vor, ohne ihn zu drehen. → Bewaffnung und Ausrüstung

Großer Zapfenstreich
Feierlichste Form des militärischen Abendzeremoniells mit Musik, Fackelträgern und dem Gebet „Ich bete an die Macht der Liebe“. Die heutige Form geht auf Wilhelm Wieprecht zurück und wurde 1838 in Berlin erstmals aufgeführt. → Großer Zapfenstreich

H

Hauptmann
Kommandant und ranghöchster Offizier der Bürgerwehr. → Funktionsträger

Heimatfest Mariä Geburt
Höhepunkt des Jahres der Bürgerwehr im September. Nach dem Kirchgang werden die Ehrungen verliehen. → Termine

Hellebarde
Stangenwaffe mit Axtklinge und Spitze. Schon die Gemeindeordnung von 1610 verlangte sie von jedem Untertan. 1948, als Gewehre noch verboten waren, rückte die Bürgerwache mit selbst gefertigten Holzhellebarden aus. → Geschichte

K

K31
Schweizer Karabiner Modell 1931, entworfen von Furrer in Bern, Kaliber 7,5×55. Die Bürgerwehr schießt damit nur Salut. → Bewaffnung und Ausrüstung

Kapitulation
Früher die Verpflichtungszeit, für die sich die Mitglieder bei einer Neuaufstellung verpflichteten – über viele Jahrzehnte sechs Jahre. Mit der jüngsten Satzungsänderung wurde die Kapitulationszeit abgeschafft. Das Wort hat hier nichts mit „Aufgeben“ zu tun, sondern kommt vom lateinischen capitulum (Abschnitt, Vertragspunkt).

Kleine Bürgerwehr
Der Nachwuchs der Bürgerwehr. Sie wurde 1993 dem Verein angegliedert und hat eine eigene Fahne. → Kleine Bürgerwehr

Kokarde
Rundes Abzeichen am Tschako in den Landesfarben Schwarz-Rot. → Uniform

Koppel
Weißer Ledergürtel mit silbernem Koppelschloss und Krone. Daran hängen Seitengewehr und Patronentasche. → Uniform

L

Landesverband
Der Landesverband der Bürgerwehren und Stadtgarden Württemberg und Hohenzollern, zu dessen Gründern 1949 Hauptmann Franz Wieland gehörte. Er verleiht eigene Medaillen, Spangen und Kreuze. → Landesverband

Leutnant
Offiziersdienstgrad unterhalb des Oberleutnants. → Funktionsträger

O

Oberleutnant
Stellvertreter des Hauptmanns. → Funktionsträger

S

Salut
Ehrensalve aus Platzpatronen, zum Beispiel an kirchlichen Festen oder zu Ehren von Gästen.

Schützenschnur
Geflochtene Schnur mit zwei Pompons: grün bei den Gardisten, gelb bei Musikern und Spielleuten. → Uniform

Schwester-Ulrika-Medaille
Höchste Auszeichnung der Bürgerwehr, seit 2007 verliehen. Sie trägt den Namen der seligen Schwester Ulrika Nisch, die 1882 in Mittelbiberach geboren wurde. → Schwester-Ulrika-Medaille

Seitengewehr
Klingenwaffe, die am Koppel getragen und auf den Karabiner aufgepflanzt werden kann. → Bewaffnung und Ausrüstung

Spielmannszug
Trommler und Pfeifer der Bürgerwehr. Er gibt beim Marschieren den Takt und spielt die Signale.

T

Tambourmajor
Anführer des Spielmannszugs, der mit seinem Stab die Zeichen gibt. → Funktionsträger

Tschako
Hohe, zylindrische Kopfbedeckung. Die Gardisten tragen ihn mit Rosshaarbusch, die Offiziere mit silberner Tresse und weißem Haarbusch. → Uniform

V

Verdienstspange
Auszeichnung des Landesverbandes für Spielleute, Musiker und Trompeterkorps – in Bronze, Silber und Gold, ab 40 Jahren in Gold mit Brillanten. → Auszeichnungen

Verpflichtung
Bei jeder Neuaufstellung verpflichtet der Bürgermeister die aktiven Mitglieder vor dem Gemeinderat. → Häufige Fragen

W

Waffenrock
Dunkelblaue Uniformjacke mit rotem Kragen und roten Ärmelaufschlägen – im Kern so seit 1861. → Uniform

Z

Zapfenstreich
Ursprünglich das Signal zur Nachtruhe: Der Zapfen des Fasses wurde mit einem Strich markiert, danach durfte nicht mehr ausgeschenkt werden. → Großer Zapfenstreich

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